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Atemtherapie

Atemtherapie unterscheidet zwischen der Therapie der Atmung (= klinische, ärztliche Atemtherapie) und der Therapie mit dem Atem (= Atemtherapie als Selbsterfahrung/Selbsthilfe).

Klinische (ärztliche) Atemtherapie.

Die klinische (ärztliche) Atemtherapie befasst sich mit den Krankheiten und Funktionsstörungen von Lunge und Stimmapparat.

Atemtherapie als Selbsterfahrung/Selbsthilfe

Atemtherapie zählt auch zu den sogenannten "Alternativen Heilverfahren"

Im Osten wie im Westen wird gleichermassen anerkannt, dass von allen Körperfunktionen des Menschen der Atem am intensivsten mit allen anderen Ebenen des Menschen verknüpft ist. In der Formatio Reticularis, einem komplex vernetzten Zentrum in der Tiefe des Stammhirns, strömen alle Informationen zusammen, die im Körper bzw. Gehirn entstehen. Jeder kleine Reiz, von aussen oder innen kommend, verändert die Art und Weise zu atmen, was vom Klienten differenziert erlebt und empfunden werden kann. Mit der Arbeit am Atem kann deshalb, so lautet die These, auch jede Ebene des Menschen erreicht und harmonisiert zu werden.

Die Atmung/der Atem in Hinblick auf psycho-physische Prozesse.

Die Atmung reagiert sehr empfindlich und unmittelbar auf psychische und physische Veränderungen. Zugleich ist sie die einzige Körperfunktion die auch willentlich gesteuert werden kann, obwohl sie ununterbrochen unwillkürlich abläuft.

  • Mechanisch besteht eine Wechselwirkung zwischen Atembewegung und zahlreichen Körperorganen und deren Funktionen;
  • Kreislaufdynamisch hängt die Atembewegung eng mit der Herzfunktion und dem Körper-und Lungenkreislauf zusammen;
  • Chemisch wird über die Atmung die Sauerstoffversorgung, der Kohlendioxidspiegel, die Ionenkonzentration und damit die gesamte Stoffwechsellage beeinflusst;
  • Nervös-reflektorisch wirkt sich die Atmung auf die Organe und deren Funktionen über nervliche Verflechtungen aus;
  • zentral-nervös besteht ein tiefgreifender Einfluss der Organmotorik, vor allem der Atem-Motorik, auf die Großhirn-und Bewusstseinsvorgänge des Menschen und damit auf sein Empfindungs- und Gefühlsleben.

Es gibt zahlreiche Formen der Atemtherapie, die sich weniger in ihrer Zielrichtung, als in ihrer Methodik unterscheiden. So arbeiten einige Methoden mit dem sogenanntem "unbewusstem Atem" des Klienten, andere mit dem "willentlichen Atem" oder dem "zugelassenen Atem".

Die bekanntesten Methoden

Im Westen entwickelt:

  • Atem-Stimm-und Sprecherziehung nach Schlaffhorst-Andersen: Der Atem wird als Bindeglied zwischen der vegetativen und der somatischen Ebene des Klienten gesehen. Es wird eine Verbesserung der Atmung, der Stimme und der Bewegung angestebt. [1] (http://www.schlaffhorst-andersen.de)
  • Erfahrbarer Atem nach Ilse Middendorf: Es wird mit dem so genannten "zugelassenen Atem" gearbeitet und mit der Erfahrung, dass zwischen "Atem, Sammlung und Empfindung" eine gegenseitige Wechselwirkung besteht, die bei gleichzeitiger Balance zwischen "Hingabe und Achtsamkeit" eine bewusste Entwicklung aller Ebenen (je nach Hinwendung) des Klienten möglich machen soll. [2] (http://www.erfahrbarer-atem.de)
  • Reflektorische Atemtherapie nach J.L. Schmitt:
  • Atem-und Leibtherapie nach Graf Dürckheim: Der Klient wird angeleitet, sich seinen Verhaltensmustern und Ängsten zu stellen um damit einen Neubeginn zu ermöglichen. Dabei soll der Leib als "beseelter Körper", der mit der Psyche eine Einheit bildet, erfahrbar gemacht werden. [3] (http://www.duerckheim-ruette.de)
  • Atemarbeit nach Cornelis Veening: Eine auf der Psychologie C.G. Jungs basierende Atemtherapie, die über eine leib-seelische Entwicklung einen Weg von "innen nach außen" anbietet, damit "der Mensch das werde, was er sein soll".
  • Holotropes Atmen nach Stanislav Grof: Der Atem, willentlich eingesetzt (vertieftes Atmen bis Hyperventilation), soll eine Verbindung zu dem "inneren Heiler" ermöglichen, zum "höheren Selbst". [4] (http://www.grof-holotropes-atmen.de)
  • Intuitives Atmen nach Karl Scheerer: Eine Atemmethode mit stark meditativen Charakter, die die Elemente der biografische geprägten Psyche und des Körpers mit spirituellen und transpersonalen Bereichen verbinden soll. [5] (http://www.intuitives-atmen.de)
  • Eutonie nach Gerda Alexander: Die Eutonie (= richtige Spannung), arbeitet mit dem unbewusst verlaufenden Atem des Klienten. Dabei soll ein harmonischer Ausgleichen entstehen zwischen Verspannungen (Hypertonie), die gelöst und Erschlaffungen (Hypotonie), die gespannt werden. [6] (http://www.eutonie.de)
  • Atemarbeit nach Hertha Richter: Sie basiert auf der Erfahrung, dass die Entwicklung des eigenen Atems Verbindungen zum innersten Wesen ermöglichen kann.

Im Osten entstanden:

  • Qigong: Das Qigong (qi = Atem, gong = Fertigkeiten erwerben) basiert auf der traditionellen chinesischen Medizin. Ziel ist die Harmonisierung von Atem, Geist und Körper.

Literatur: Atemtherapie - Therapie mit dem Atem, Hannelore Göhring, Stuttgart 2001, Thieme Verlag.

Siehe auch : Atem - Atmung - Heimlich-Manöver - Heilverfahren


Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Atemtherapie (Stand:08.10.2004) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, dort kann man den Artikel bearbeiten.

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